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spacecowboy

Silbernes Mitglied

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1

Thursday, March 16th 2006, 1:42pm

Friedrich-Ebert-Straße 81, vulgo Märchenhaus

Wird nun definitiv abgerissen: Friedrich-Ebert-Str. 81




Wie die LVZ berichtet, sollen dieses und 2 weitere Gründerzeitgebäude in den nächsten Wochen abgerissen werden. Bis zur WM sollen die Arbeiten beendet sein.



Man will sich "schick" machen für den Sommer. Denkmäler contra Fußball-WM.

Sauerländer

Silbernes Mitglied

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2

Thursday, March 16th 2006, 2:17pm

Das war ein der schönsten Gründerzeitler, den ich je gesehen habe und das auch noch in dem Zustand, was ein Verlust!

madmellow

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3

Thursday, March 16th 2006, 4:09pm

Das ist echt eine Schande, dagegen sollte man aber sowas von protestieren. Aber welcher Leipziger bekommt dafür schon den Arsch hoch? Alleine hinstellen bringt ja auch nix, vorallem nicht jeden Tag und jede Nacht. Dafür brauch man was Großes!


Ach Mensch, selbst so würde der Platz schöner aussehen, als wenn da eine Grube wär!

memet

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4

Thursday, March 16th 2006, 5:40pm

Quoted from ""der_Sauerländer""

Das war ein der schönsten Gründerzeitler, den ich je gesehen habe und das auch noch in dem Zustand, was ein Verlust!


Eine Schande - wieso wird das nicht saniert? Wo ist der Denkmalschutz???!! Kann man wenigstens Bauelemete retten? Hat jemand die Anschrift des Abrissunternehmens oder des Besitzers? Würde es gerne versuchen!!!
Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...

Anonymous

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5

Thursday, March 16th 2006, 6:34pm

Renovieren: Dach erstaurieren, Putz renovieren usw

Da droht eine der markanteste Gründerzeitler Deutschlands im Nu zu verschwinden, wie hundertausende Vorgänger schon passiert ist.
So eines Gebäudes mit so viel Dekoration wird bestimmt NIEMALS mehr gebaut. Das ist nämlich zu teuer. Das Baulandschaft wird also immer ärmer an Details.

Booni

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6

Thursday, March 16th 2006, 9:05pm

Quoted from ""spacecowboy""

Wird nun definitiv abgerissen: Friedrich-Ebert-Str. 81


Das ist doch mal echt zum kotzen.... solche Gebäude gibt es doch so gut wie nirgendwo mehr in Deutschland - selbst in Leipzig nicht!!

Das kann doch nicht wahr sein... kann man da nicht irgendetwas noch machen??
Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
Karl Kraus (1874-1936)

singa

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7

Thursday, March 16th 2006, 11:48pm

Quoted

Man will sich "schick" machen für den Sommer. Denkmäler contra Fußball-WM.


Wie früher in der DDR. Da wurden die Häuser gegenüber der Messe neu gestrichen, damit die Besucher aus dem Westen hübsche Fassaden zu sehen bekamen. Dahinter aber war alles total herunter gekommen.

rakete

Bronzenes Mitglied

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8

Friday, March 17th 2006, 1:30am

der vorwurf des "sich schick machen wollens" ist doch unseriös und haltlos. bei der pressekonferenz wurde explizit darauf hingewiesen, dass man die abbrüche lieber vermeiden würde und sie nichts mit der wm zu tun haben. es geht lediglich darum, dass die häuser nicht während der wm abgerissen werden müssen oder einfach in sich zusammenfallen.
zur friedrich-ebert-strasse 81 ist hier ja schon seitenweise geschrieben wurden. nur so viel: die situation und deren konsequenz sind seit jahren bekannt. wenn ein eigentümer sein haus nicht sanieren kann und es nicht verkaufen will, dann fällt es eben irgendwann zusammen - und die stadt muss dann die drecksarbeit übernehmen. wäre schön, wenn dort nach der revitalisierung der alten weissen elster wenigstens ein grünzug zwischen fluss und friedrich-ebert-strasse entstehen würde.
bei dem zweiten betroffenen haus in der käthe-kollwitz-strasse liegen die dinge etwas anders: dort will eine benachbarte klinik das gelände umgehend neu bebauen. falls es durch die avisierten fördergelder tatsächlich gelingen sollte, die fassade zu erhalten und das erdgeschoss zu arkaden umzubauen, würde sich die schlechte nachricht sogar in eine gute verwandeln.
am betrüblichsten finde ich den abriss am dietrichring, wo schon im letzten sommer ein verkauf des im besitz der jus ag befindlichen hauses wegen dessen akuter einsturzgefahr gescheitert war. wie es dort nach dem notwendigen abriss weitergehen soll, ist völig unklar, denn das grundstück befindet sich zwar in prominenter lage gegenüber der thomaskirche, aber seit der wiederöffnung des pleissemühlgrabens besitzt es keinen direkten zugang von der strasse mehr.
jedenfalls ist es quatsch, immer wahllos schuldige (fussball-wm, tiefensee, lüdke-daldrup, mal sehen was noch so kommt) finden zu wollen. manchmal ist es einfach die bausubstanz, die zu abbrüchen zwingt.

Booni

Goldenes Mitglied

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9

Friday, March 17th 2006, 2:11am

Quoted from ""madmellow""

EKELHAFT! Kann man diesen Menschen auf ignore setzen, so dass ich mir nicht mehr seine geschmacklosen Kommentare durchlesen muss?


Naja, ich denke wir sollten seine Meinung akzeptieren. Mir kommt es zwar auch etwas spanisch vor, dass er alles gutheißt was der Stadtrat macht... aber ansonsten leistet er ja durchaus gute Beiträge und ist für Diskussionen zu haben. Wieso auf ignore setzen - nur weil dir seine Meinung nicht gefälllt.


.... aber dass die F-E 81 weichen muss halte ich für unverantwortlich.

Erst die Funkenburg, jetzt dieses Gebäude... und was kommt? Entweder nichts oder Müll...

Kann man wirklich nix machen? Ich finde es ätzend, sowas hilflos mitansehen zu müssen!
Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
Karl Kraus (1874-1936)

Anonymous

Unregistered

10

Friday, March 17th 2006, 2:26pm

Ebert-Straße

Habt Ihr den LVZ-Artikel gestern durchgelesen!?

Das Bild täuscht. Durch einen Hausbrand in dem leerstehenden Beäude ist auf der straßenabgewandten Seite das Dach eingestürzt und es hat 5 Jahre reingeregnet (LVZ gestern). Also sind die Decken durch bis ins Parterre.
Entweder erhält und saniert man das Gebäude in seiner Gesamtsubstanz: Das heißt aber unbezahlbaren Aufwand, weil es erst einmal entkernt werden müßte. Ein Investor ist in dieser Stadtlage nicht in Sicht.

Daher finde ich es schmerzlich aber richtig, endlich tabula rasa zu machen und das Gebäude abzureißen. Wenn es saniert hätte werden können, dann hätte das bis Ende der Neunziger Jahre passieren müssen. Das haben die Eigentümer (LWB?) zu verantworten bzw. hätten sich die Alteigentümer selbst eher um eine Lösung bemühen müssen. Ist aber nicht passiert, warum also die ausdehnliche Klage ??

SÄGEN WIR KEIN SÄGEMEHL. DAS HAUS IST VERLOREN ALSO WEG DAMIT. LEIPZIG HAT RETTUNGSWÜRDIGE BAUTEN IN BESSEREM ZUSTAND UM DIE HAT SICH NOCH KEINER GEKÜMMERT.

madmellow

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11

Friday, March 17th 2006, 3:36pm

Re: Ebert-Straße

Quoted from ""TeutscheSpezerey""

DAS HAUS IST VERLOREN ALSO WEG DAMIT.


Noch einer aus dem Stadtrat. -.-

Die Diskussion hatten wir schon. Das Haus ist Sanierungsfähig. Der Brand hat sich stark in Grenzen gehalten (man munkelt der Brand wurde vorsätzlich gelegt...nur von wem?) und andere Häuser die fast niedergebrannt sind, saniert man doch jetzt auch! Wenigstens die Fassade kann man retten, die hat vom Brand nichts mitbekommen! Es gibt echt Häuser die schlimmer dran sind und gerettet werden und hier will man mit der Raupe drüber fahren. Lächerlich. Die Stadt macht sich einfach nur lächerlich.

rakete

Bronzenes Mitglied

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12

Sunday, March 19th 2006, 9:12pm

@ schlossgespenst:
spacecowboy könnte dir die geschichte der friedrich-ebert-str. 81 sicher wort- und tränenreicher erklären, aber im kern ist es in etwa so: die familie fein hat das gebäude 1929 erworben, als juden mussten sie später emigrieren. heute gehört es der erbengemeinschaft, die in amerika lebt. wie so oft bei erbengemeinsachaften ist es schwierig, untereinander auf einen nenner zu kommen: einerseits wurde schon mal ein abrissantrag gestellt, andererseits möchte besonders ein älterer herr dieser familie das haus gern er- und behalten. was wir jetzt erleben, sind also nicht auswirkungen einer gestörten familie, sondern eher die spätfolgen einer gestörten deutschen geschichte.


@teutsche spezerey:
wundere dich nicht, dass du als einer aus dem stadtrat bezeichnet wirst. dass soll hier so eine art höchststrafe sein, weil darin ja bekanntlich nur looser sitzen, die zu korrupt/unfähig/stalinistisch sind, die hier von einigen forumsmitgliedern nach dem dritten bier ultimativ gestellten forderungen nach abrissen und rekos (gern auch in fremden städten) zu erfüllen und statt dessen auf solche belanglosigkeiten wie eigentumsverhältnisse, finanzierung und nutzung hinweisen.

@madmellow:
interessierst du dich wirklich für architektur und stadtplanung? oder eigentlich eher für fasssaden? letzteres würde zumindest einiges (nicht aber deine verbalen ausfälle) erklären. falls du jedoch die erste frage bejahen kannst, wird sich deine wertschätzung für das haus am dietrichring hoffentlich steigern, wenn du erfährst, dass die innenausstattung teilweise noch im original erhalten ist (und andererseits ein durchgehender grünzug von der ostseite der friedrich-ebert-strasse über die älteste schrebergartenanlage der welt bis in den auenwald auch nicht zu verachten wäre).

jetzt aber noch etwas anderes:
die lwb will weitere hunderte wohnungen abreissen. die palette reicht vom plattenbau-16-geschosser bis hin zu arbeiterwohnanlagen aus den 20ern. natürlich regt sich auch da protest (von leuten, die nie dorthin ziehen würden). aber die alternative, diese gebäude zu sanieren und auf den markt zu bringen - und damit mieter aus gründerzeitlern abzuziehen - wäre sicherlich verheerender.
und eine schlechte nachricht: der gedanke, beim erweiterungsbau der klinik in der käthe-kollwitz-strasse die gründerzeitfassade in den neubau zu integrieren, erweisst sich als schwierig, weil die geschosshöhen nicht übereinstimmen. bin gespannt, ob sich die klinik hier auf rampen zwischen den gebäudetrakten einlassen wird...