Leipzig - Bau- und Sanierungsprojekte

  • Sanierung Handelshof [lexicon='Leipzig'][/lexicon]

    Noch ist die Vorher/Nachher-Situation auf dem Dach deutlich zu erkennen


    Die beiden Turmhauben, weil's so schön ist


    Auch auf der Reichsstraße fallen langsam die Gerüste


    Ein Blick ins Innere verrät, dass die Entkernung in vollem Gange ist


    Zum Schluss noch eine Aufnahme vom Markt aus geknipst. Der Handelshof zwischen Altem Rathaus und Reichshof.

  • Wie schön! Zwar gläzen die Kuppeln für meinen Geschmack noch etwas stark, aber das wird sich bestimmt bald geben. Beim ersten Bild sieht man mal wieder, wie "toll" so ein Flachdach zwischen roten Dachziegeln und Türmchen passt. :augenrollen:

  • Ja! Ganz herzlichen Dank fuer die schoenen Bilder von dieser begruessenswerten Sanierung, spacecowboy! :applaus:

    Und die Pest auf Flachdaecher und die, die sie "entwerfen!" :daumenunten:

  • :D:D:D:D:D
    Sowas Schönes aber auch! Und vor allem mit privatem Geld! Besser kanns nicht sein. Vor allem die detaillierten Kupferlaternen, einfach eine Pracht. Sie brauchen nur noch etwas mehr Patina!

    Dann mache ich auch gerne den Kompromiß mit dem Flachdach, das man ja von außen nicht sehen kann. Immerhin ist es ein Hotelbau und der braucht innen nun einmal Platz für die Annehmlichkeiten ohne die angeblich keiner mehr auskommen mag: Konferenzräume, Fitnesszentrum, Spa, etc...

    Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin. (Seneca)

  • Flachdächer sind - als plane Flächen - per se nicht so schlimm, wenn sie sich einfügen. Aber aus der Vogelperspektive machen sie leider den Anblick einer Stadt kaputt, wenn sie mit Klimaanlagen und sonstigem Zeugs nur wie ein Schrottplatz auf dem Dach aussehen. Aber ich bezweifle, ob wirklich ein Sattel- oder Walmdach im Hof unbedingt nötig gewesen wäre. Schließlich hatten auch Gründerzeitler oft schon flache Dächer.

  • Sehr richtig. Außerdem ist es aus meiner Sicht wichtiger, die Strassenfluchten sauber zu gestalten, denn so ist die Urbanität der Innenstädte gewahrt. Auf moderne Nutzungen im Inneren kann schließlich nicht verzichtet werden. Daher sollte man bei den innenliegenden Dachlandschaften nicht immer die reine Lehre fordern, sondern Kompromisse um des Gesamtprojektes willen ruhig eingehen. Insofern halte ich den Handelshof mit seiem innenliegenden Dach für äußerst gelungen. Wer das als Negativbeispiel beklagt, der schaue sich einmal diverse Neubauten an: Petersbogen oder in Jena das Cinestar-Kino, welches ein Klima-Gedärm übelster Couleur als Krone trägt.

    Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin. (Seneca)

  • Zitat von "Wolfsheim_Jena"

    Daher sollte man bei den innenliegenden Dachlandschaften nicht immer die reine Lehre fordern, sondern Kompromisse um des Gesamtprojektes willen ruhig eingehen. Insofern halte ich den Handelshof mit seiem innenliegenden Dach für äußerst gelungen.

    Ich gaube der Kritikpunkt war eher der Kaufhof - nicht die innenliegende Flachdachfläche des Handelshofes.

    Grüße,
    *D

  • zum "handelshof-flachdach":

    habe noch mal auf alten fotos nachgeschaut. dieser trakt zwischen nördlichem und südlichem innenhof hatte schon früher ein fast-flachdach. gespickt mit zwei essen. offenbar war dort die heizanlage untergebracht.

  • Wunderschöne Dachgestaltung! Lässt mein Herz höher schlagen! Vielen Dank für die Fotos.

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Wenn man die Wundtstraße (B2) nach Süden in Richtung Markkleeberg fährt, dirket gegenüber der Galopprennbahn Scheibenholz, befinden sich linker Hand noch zwei marode Gründerzeitgebäude, an denen die Sanierungsarbeiten begonnen zu haben scheinen. Insbesondere das eine Reformstilgebäude gefiel mir schon immer aufgrund seines markanten Aussehens sehr gut. Die Leipziger werden es sicher auch kennen. Vielleicht kann von ihnen noch einer schnell Fotos machen, bevor die beiden Häuser vollständig hinter Gerüsten und Planen verschwinden.

  • Oh ja, die sehe ich immer wenn ich von Süden her in die Stadt fahre. Die bauten fallen auf, weil sie so markant und mittlerweile die einzigen sind, die nicht saniert sind. Unbedingt bitte Fotos machen!

    Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin. (Seneca)

  • Zitat von "Wolfsheim_Jena"

    Oh ja, die sehe ich immer wenn ich von Süden her in die Stadt fahre. Die bauten fallen auf, weil sie so markant und mittlerweile die einzigen sind, die nicht saniert sind. Unbedingt bitte Fotos machen!

    Sprecht ihr nicht von dem Gebäude, dass Leipziger hier letztens gezeigt hat?:

    Zitat von "Leipziger"


    An der im Reformstil um 1914-1924 erbauten großen Mietvilla Tieckstr. 1 wurden nun Gerüste aufgebaut – Auftakt zur Sanierung? Damit wäre die letzte Villa aus einem Ensemble von 5-6 ähnlichen Gebäuden an Tieck-, Focke- und Kurt-Eisner-Str. gerettet.


    Grüße,
    *D

  • Ja, das muss sie sein. Ich hatte sie wohl auf den Bildern von Leipziger nicht wieder erkannt. Danke, Dase. Und an dem zweitgenannten Gebäude habe ich im Vorbeifahren eine Plane gesehen.

  • Noch einige fertig gestellte Projekte:

    Von der um 1923 nach Plänen des Architekten Alfred Liebig errichtete Wohnsiedlung „Zerbster Straße“ in Eutritzsch ist nun der erste Block fertig. Die anderen beiden sind noch eingerüstet.
    Der ein oder andere wird sich erinnern, dass die LWB die Siedlung eigentlich abreissen wollte, sich dann aber aufgrund des öffentlichen Drucks zum Verkauf an einen Investor entschloss.

    Seht selbst:

    Rückseite


    Die nahegelegene Wohnsiedlung „Dieselstraße/Buschenaustr.“ ist ebenfalls zu einem Teil fertiggestellt worden. Sie wurde ebenfalls in der Zeit der Weimarer Republik erbaut.

    Sanierte Objekte:

    Hier läuft die Sanierung:


    Dieser Block in Eutritzsch (Wittenbergerstr. u.a.) „wartet“ weiterhin. Die Umgebung ist bereits saniert und stellt ein gutes Umfeld dar, daher besteht kein Zweifel, dass die Sanierung irgendwann statt findet.

    In [lexicon='Leipzig'][/lexicon]-Neulindenau, Gröppelerstr. wurde die Sanierung der linken Hälfte der um 1929 erbauten Wohnanlage fertig gestellt.

    Die Sanierung der anderen Hälfte steht noch aus.

    Zum Abschluss ein Eindruck von den beiden mächtigen Hafenspeichern im Lindenauer Hafen, Plautstraße, wohl um 1935 erbaut.

  • Tolle Bilder, vor allem von dieser Wohnsiedlung "Zerbster Straße" - Expressionismus? Die Kubatur ist ja typisch für den Wohnungsbau dieser Zeit, in Kombination mit einer solchen Formensprache habe ich derartiges allerdings noch nicht gesehen.

    P. S.: Neue Kamera, ich sehe da EOS 400D in den EXIFs? :D

  • Vielen Dank für das super Update. Städtebaulich wäre der Abriss der Wohnanlage "Zerbsterstraße" eine Katastrophe gewesen, vor allem da das Gebiet schon ziemlich von Baulücken geprägt ist. Ebenso hätte man es als Wohnstandort abschreiben können.

    Zitat

    Dieser Block in Eutritzsch (Wittenbergerstr. u.a.) „wartet“ weiterhin. Die Umgebung ist bereits saniert und stellt ein gutes Umfeld dar, daher besteht kein Zweifel, dass die Sanierung irgendwann statt findet.

    Dieses Gebäudeensemble wurde bereits an die CG-Gruppe veräußert, soweit ich weiß soll die Entwicklung 2008 beginnen und dann Stück für Stück weitergeführt werden. Auf der Homepage findet man einen Artikel darüber. :zwinkern:

    MfG
    Steve

  • Zitat von "Leipziger"

    Wunderschöne Architektur! Hier müsste doch die Moderne anknüpfen; manchmal frage ich mich, was eigentlich in den letzten 50 Jahren schief gelaufen ist...
    Jeder Stil hat sich doch aus dem vorangegangen entwickelt - Renaissançe > Barock > Klassizismus > Historismus > Jugensdtil > Expressionismus ------ und dann kam der Bruch > Bauhaus. Ich muss aber zugeben, dass mich sehr viele "Bauhäuser" auch ansprechen. Diese sind aber oft im Einklang mit der unmittelbaren Umgebung, und es waren Prototypen. Nur was Le Corbusier dann daraus gemacht hat, und welche Städtebauideale er und seine Generation verfolgten, ist aus heutiger Sicht verheerend!

    Die jüngste Entwicklung, ich denke da vor allem an Berlin, bedient sich wieder der klassizistischen Formensprache, und die Resultate stossen auf eine breite Akzeptanz (ausser bei den Mitgliedern des BDA vielleicht?). Auch im Historismus und Jugendstil erkennt man noch klassizistische Zitate, im Expressionismus schon wieder weniger. Deswegen finde ich diesen Weg eine Möglichkeit, endlich mal aus dem aktuellen Tief wieder zu einem Stil zu finden.

    Eine Frage zum oben abgebildeten Objekt: war schon ursprünglich ein dermassen gefleckter Verputz vorhanden? Ich denke kaum; passt irgendwie nicht zur Architektur...

  • Ich vermute eher, dass der Putz schon fleißig abblätterte - und man sich nicht die Mühe gemacht hat, einen neuen aufzutragen. Drübergepinselt und gut...
    Wobei ich mich da auch irren könnte. Habe sowas aber desöfteren schon gesehen.

    Übrigens tolle Bauten! Ganz recht, da müsste man anknüpfen. Dieser Stil lässt sich doch mit den modernen Dogmen ganz gut vereinbaren, ein toller Mittelweg zwischen Moderne und Traditionsbau!

    Hier in Neubrandenburg gibt es auch solche Siedlungen, jedoch allesamt in Backstein ausgeführt. Die gehören zu den teuersten in der ganzen Stadt und sind wirklich sehr gut erhalten.