Wenn das ein Museum für Architekturzeichnung wird, ist klar, welche Klientel vor allem davon angesprochen werden soll. Und für diese Leute ist der gezeigte Bau eben das derzeitige non plus ultra, bei dem ihnen das Herz aufgeht. Bewusst sperrig, nicht an bestehende Strukturen angepasst. Schön krumm, asymetrisch, versetzt. Schön Flachdach mit Glas. Schön Sichtbeton. Trifft voll den aktuellen Geschmack einer bestimmten Schicht. Da kann man wenig machen. Das Problem ist nur, dass diese Leute nicht nur ihre eigenen Zoos bauen, sondern die Öffentlichkeit auch mit Bauvorhaben behelligen, die nicht nur Szene-spezifisch sind.
Berlin - Prenzlauer Berg
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Nur der Vollständigkeit halber noch ein Bild von dem Bau, damit auch nachfolgende Generationen verstehen, wovon die Rede ist, auch wenn der Artikel längst gelöscht ist.
Warum dieser Kasten ausgerechnet hier aufgestellt werden musste, in einem so geschlossenen Gründerzeit-Ensemble. In einem modernen Umfeld könnte er seine Qualitäten besser zur Geltung bringen. Hier wollte ein bekannter Architekt wohl ein Zeichen setzen. Wofür oder wogegen, das habe ich noch nicht herausgefunden.
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errinert mich an Baukasten aus der ganz fruehen Jugend ( 3 bis 5 Jahre.??.) oder an ein Bunker oder aehnliches...
Welcher Beambte bzw.w. Beamnten haben ueberhaupt erlaubt das dieses Gebaeude gebaut werrden duerfte?????wenn dies die Arhcitektur der Zukunft ist....
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Aber bei all der Kritik, die in diesem Forum berechtigterweise geäußert wird, sollte man nicht vergessen, lobenswerte Initiativen zu erwähnen, und sei es nur eine Fassadenrekonstruktion wie in der Greifswalder Strasse 14 (wobei man nicht weiss, wie viel prächtiger die vor der Schändung mal war)

oder eine Fassadenverschönerung wie in der Greifswalder Strasse 219

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Schön, aber: Im Asi-versifften Berlin wird es nicht lang dauern bis die beiden Gebäude auch wieder von Graffitis gezeichnet sind. Das macht mich immer so traurig, wenn Berlin in Fernsehfilmen gezeigt wird, z.B. Ein starkes Team oder Bella Block, überall hässliche Graffitis im Bild. Das ist städtische Verwahrlosung. In Paris gibts sowas nicht.
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In Paris gibts sowas nicht.
Zumindest nicht in der Innenstadt. In anderen deutschen Städten ist das Problem auch nicht so groß, beispielsweis in Hamburg, Köln oder [lexicon='Leipzig'][/lexicon]. Aber leider hat sich immer noch nicht herumgesprochen wie uncool diese Art der Duftmarkensetzung eigentlich ist. Mit echten Grafitties oder gar den Murals der Westküste hat dies dämlich Tag-Schmiererei ohnehin nichts zu tun. -
Schön, aber: Im Asi-versifften Berlin wird es nicht lang dauern bis die beiden Gebäude auch wieder von Graffitis gezeichnet sind. Das macht mich immer so traurig, wenn Berlin in Fernsehfilmen gezeigt wird, z.B. Ein starkes Team oder Bella Block, überall hässliche Graffitis im Bild. Das ist städtische Verwahrlosung. In Paris gibts sowas nicht.
Ja, nee, is klar, in Paris gibt´s kein Graffiti.

http://blankDer Prenzlauer Berg ist eine Oase des Friedens und der Ordnung, und im Vergleich zu den Banlieus von Paris ist selbst Neukölln noch ein Ponyhof.
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Das innerstädtische Paris ist bei weitem nicht so heruntergekommen wie Berlin Neukölln, Lichtenberg, Wedding usw. Die halbe Stadt ist von Graffitis verschandelt, ich finde keine andere deutsche Stadt macht so einen versifften Eindruck. Man merkt einfach das fehlende Bildungsbürgertum seit dem Krieg. Und das sage ich als jemand, dem Berlin sehr am Herzen liegt, aber die unerfreulichen Tatsachen kann man auch aus Lokalpatriotismus nicht leugnen.
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Dem muss ich leider widersprechen. Was haben Offenbach und Neukölln (vor der hippsterysierung) gemeinsam? Wenig Graffiti im Vergleich zu anderen Städten/Stadtteilen. Meiner Beobachtung nach rekrutiert sich ein Großteil der Graffitibewegung im pseudo-intellektuellen studentischen Umfeld. Deshalb haben die Städte bzw. Stadtteile mit Massenuniversitäten-Publikum in der Regel auch ein großes Stadtbildproblem durch illegale Plakatierungen, Aufklebertum, Graffiti und massenkünstlerischer "Street Art". Im Prenzlauer Berg ist meiner Beobachtung deshalb die Graffitibewegung, wegen der zunehmenden Gentrifizierung, ein wenig zurückgegangen.
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Ich kenne auch ein Haus in Wien, das immer durch Graffitis verunstaltet wurde. Nachdem es dem Eigentümer irgendwann zu dumm wurde, ständig neu zu streichen, hat dieser zu an jedes Hauseck eine Videokamera bzw. vielleicht auch nur eine scheinbar echte Kamera montiert und seitdem herrscht zumindest dort eine graffitifreie Zone. Finde ich eine gute Idee und wohl die einzige und billigste Möglichkeit für den Eigentümer, sein Eigentum gegen Vandalismus auch nur annähernd irgendwie zu schützen.
Ob das auch für Berlin eine Lösung ist? Da der Assi-Faktor in Berlin jedoch exorbitant ist, müssen die Eigentümer sich vermutlich anders helfen - da werden auch keine Videodummies helfen. Vieleicht Bewegungsmelder...
Wenn ich lese, dass durch die "Gentrifizierung" dieses Problem zurückgegangen ist, dann ist das wirklich erfreulich! Dann hoffe ich sehr, dass dieses Phänomen auch auf weitere Stadtteile überschwappt.
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Es folgt ein überschlägiger Abriss einzelner Geschehnisse aus Prenzlauer Berg.
Ein beiläufiger Blick auf das seit längerem fertige und schnell verkaufte Projekt 'Winsgärten' von der Greifswalder Straße aus - die Bebauung liegt im geschlossenen Hofbereich.

Weitere Eindrücke gibt's hier in der Diaschau:
http://www.kondorwessels.com/index.php?id=3&idpj=130Neubau Kollwitzstraße 20

'Variatationen von eckig und Fassade=Fenster', so wird's mal aussehen. "Ein Gebäude ist ein Freund", sagt der Mann mit dem seltsamen Hemdkragen.
http://www.kollwitz20.de/Metzer Straße 13 ist fertig - und mir eher ein Dorn im Auge; ein frisch geschlüpftes hässliches Entlein.

Den Neubau Prenzlauer Allee 241 direkt an der Bötzow-Brauerei finde ich dagegen gut gelungen.

Weiter stadtauswärts ist in der Prenzlauer Allee 208 die Fassade gesäubert und instandgesetzt worden.

Auf der NW-Ecke Sredzkistraße/Rykestraße haben sich meine (weiter oben geäußerten) Befürchtungen natürlich bewahrheitet. Was für eine maximal Raum ausschöpfende primitive, graue Investorenkiste ohne jeglichen Bezug!

Das Gebäude Oderberger Straße 40 mit der unlängst enthüllten und damit geretteten Fassade.

Ansonsten gibt es in Prenzl. Berg reichlich Dämmexzesse, überwiegend eher weniger gelungene Dachausbauten und vereinzelte, meist glasdominierte Neubauten; irgenwann mal mehr...
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Heute zur Abwechslung mal nur zwei positive Entwicklungen aus Prenzlauer Berg und so ist - oh Wunder - kein Neubau dabei.
Die Häuser Christinenstraße 16 und 17 am Teutoburger Platz sind entrüstet worden und zeigen bereits wie es künftig dort aussehen wird.

Das Eckgebäude Knaackstraße 7/Kolmarer Straße 7 am Wasserturmplatz wird umfangreich hergerichtet und erhält dabei zumindest Gesimse und Quaderputz sowie recht anständige Balkone. Dass man auch schönere Gauben hätte bilden können, ist angesichts der Qualität der Dachausbauten vieler anderer Umbauten in der Umgebung ein geradezu anmaßender Gedanke.

Ansicht im Jahr 2011 -
In der Christburger Strasse 18 sind Gerüste gefallen:

zum Vergleich die Vorsituation aufgoogle-maps:
Ein paar Häuser weiter, in der Nummer 13, ebenfalls:

und schliesslich auch in der Greifswalder Strasse:

sah vorher so aus:

eigene Fotos
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Die Christburger Straße 13 sieht mit ihrer Videowand oder aquariumsartigen Wintergartenerkern recht interessant aus. Nur befürchte ich, daß dieser sauber weisse Zustand sich in einiger Zeit erledigt hat. Die Kanten & Ecken setzen sicher schnell Schmutz und Schimmel an.
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Gewiss. Wenn nicht gar das ganze Gebäude schon bald vom Holzwurm weggeputzt ist, schliesslich ist es ein Holzhaus! (siehe zum Bauablauf frühere Beiträge in diesem thread)
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Das leerstehende, frühere Krankenhaus Prenzlauer Berg an der Danziger Straße 73-75 (Ecke Prenzlauer Allee) sollte vor nicht allzu langer Zeit zu einem Altenheim umgebaut werden. Zu diesem Zweck wurden bereits 2010 die in den folgenden Bildern zu sehenden recht hässlichen Flachdach-Flügelbauten errichtet.
Bilder von Beginn des Jahres 2011:



Nachdem das Projekt in der Folgezeit gestorben war, hat sich in diesem Jahr etwas neues ergeben. Man lese folgendes Zitat und weiß bereits , wohin die Reise geht.
ZitatDas mit Giftstoffen belastete und aus architektonischer Sicht überdimensionierte Dach wird komplett abgetragen. Ersetzt wird es durch zwei neue, kubisch angeordnete Geschosse.[...]
Bericht in der Berliner Woche vom März 2013: Neuer Investor wagt sich an leerstehendes Krankenhaus
Um zwei Flachgeschosse aufgestockt wird also. Heute konnte ich bereits beobachten, dass der linke Bereich des ansehnlichen Walmdachs bereits eingerissen worden ist.
Und es kommt m. E. noch schlimmer: Die Aufstockung durch die Brat Pitt Freunde 'Graft Architekten' wird katastrophal aussehen und vom einst gefälligen Gebäude nichts mehr übrig lassen und um auch keine Zweifel an der Konsequenz des zerstörerischen Furors zu lassen wird an der Straßenfront zur Danziger Straße ein scheußliches Glas-Beton-Monstrum entstehen. Aber seht selbst:
Klare Kampfansage der Modernisten:
ZitatMit dem Entwurf von Graft Architekten wird auch eine zukunftsweisende Architektursprache präsentiert, die den bisherigen “postmodern-weißen” Bautypologien für Luxusappartments – wie in der Winsstrasse, Kollwitzstrasse oder dem Prenzlauer Bogen – eine dem 21. Jahrhundert angemessene innovative Alternative entgegensetzt.
Paragon Apartments in Prenzlauer Berg - Pankower Allgemeine Zeitung
Abscheuliche kubische Geschwüre, die in einem Stephen King Roman zum Leben erwachen könnten...Skandalös, dass der Bezirk das offenbar so abgesegnet hat.
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Eine abscheuliche Entgleisung. Wie kann man seitens der Planungsämter zulassen, dass ein solch gut erhaltenes Gebäude im Prinzip platt gemacht wird, denn faktisch wird das Gebäude durch den "Umbau" bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Dass solche Dinge heutzutage noch möglich sind, ist schwer zu begreifen, auch ohne den Komplettkahlschlag hätte man aus diesem Gebäude viel rausholen können.
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Habitat 67, so etwas gibt es seit gut 50 Jahren. Innovativ am Arsch.
Schade, dass man die Ecke so verhunzt. -
"Graft Architekten" - das klingt mir doch schwer nach "Neue Weltordnung"...

Zitat:
ZitatIhre Devise: Respekt und Offenheit. Graft- ein Begriff aus der Botanik: Verpflanzen, Aufpropfen, neue Kulturen zusammenbringen. Der Name ist Programm.
http://www.arte.tv/de/die-archite…CmC=617316.htmlInsofern auch ästhetisch konsequent:
ZitatGRAFT zeichnet sich durch seine experimentierfreudige und interdisziplinäre Entwurfspraktik, und seine futuristische Formsprache aus. Graft’s visionäre Designphilosophie beruft sich dabei auf einem der Botanik entnommenen Verfahren des Aufpropfens. In dieser werden die positiven Eigenschaften von zwei genetisch diversen Pflanzen durch das Aufpropfen in einem neuartigen Hybriden kombiniert. Das „grafting“ versteht sich als das Verbinden von vermeintlichen Gegensätzen zu einem neuen, genetisch überlegenen Ergebnis.
http://thielkerteam.de/kann/?page_id=80
Die Jungs machen Karriere. Dafür wird schon an höherer Stelle gesorgt werden.

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Um mal wieder runterzukommen nach all den berechtigten Aufregern: Ein nettes Zitat aus GRAFT's Firmenphilosophie: "GRAFTing is [...] a search for the G-Spot." Täusch' ich mich oder höre ich da ein klein wenig Frustration raus...?
Sorry für diese kleine, niveaulose Bemerkung am Rande. Aber ihr wisst ja: Wenn jemand meint, er müsse sich in derart hohe "philosophische" Sphären begeben, dann muss er auch damit rechnen, dass jedem Begriff ein tieferer Sinn beigemessen wird. Was hiermit ja wohl getan ist. Klassisches - pardon, "postmodern-weißes" - Eigentor.Ehrlich: Die Formensprache hat was. Sie könnte es durchaus in die Liga Niemeyers und van der Rohes schaffen. Aber sie zeigt auch ihre entsprechenden Schwächen: Die Unfähigkeit, ein harmonisches Ensemble zu schaffen, die Dreistigkeit, historische Strukturen bewusst zu missachten, und die Blödheit, die Vergangenheit als Ganzes in die Tonne zu treten. Ein neues Quartier, eine Stadt, eine Siedlung - nur zu gerne! Aber bitte nicht auf historischem Terrain.
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