Villingen im Schwarzwald - die Zähringerstadt

  • Der übliche Neo-Neo-Neo-Bauhaus-Kasten. Für mich das wahre Disneyland. Tja, wenn man Architektur schon erklären muss...
    Dass dieses Gebäude:
    http://www.haller.de/images/Volksbank_villingen_4.jpg
    offenbar schon wieder umbebaut wird sagt einiges über die Halbwertszeit "moderner" Architektur aus.
    Korrigiert mich, wenn es sich nicht um dieses Gebäude handelt.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Zitat von "Heidrun Muffler"

    Zusätzlich bestand die Schwierigkeit, (...) ein Erscheinungsbild zu geben, das mehr oder weniger nach Volksbank aussieht.


    Damit ist alles gesagt. Der Ort ist egal, Regionaltypik ein Fremdwort. Nicht nach Villingen muss es aussehen, sondern nach Volksbank.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Vielen Dank für eure Rückmeldungen.

    Pfälzer Bub: Richtig, so sah die Volksbank vor ihrem Umbau im postmodernen Gewand aus.
    Die Erklärungsversuche wirkten auf mich abgelesen, unüberlegt, adaptiert und nicht glaubhaft.

    Über die tatsächliche Notwendigkeit solch umfangreicher Baumaßnahmen bei Bankgebäuden in kurzen Zyklen und den dabei verschlingenden Gelder staune ich immer wieder und könnte sie nachvollziehen, sofern von den Geldinstituten mit derlei Veränderungen auch tatsächlich eine Verbesserung des Stadtbildes zustande käme.

    youngwoerth: Peinlich aus meiner Sicht: "..., wenn Sie so wollen wie ein V *lacht* ".

    Mündener: Wahrlich Glück, dass der Kasten nicht im mittelalterlichen Stadtkern Villingens steht.
    Mir gefiel diese postmoderne Fassade 'besser', da sie die Vertikale stärker betonte als die neue, welche mit Fensterbändern auf die Horizontale setzt und den anachronistischen Versuch unternimmt, das Bauhaus zu zitieren. Wie siehst Du das?

    Jeder, der sich die Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
    http://www.archicultura.ch

    3 Mal editiert, zuletzt von zeitlos (4. April 2012 um 01:58)

  • Die alte Fenstereinteilung beziehungsweise die Fenstermaße waren vorher bedeutend besser. Andererseits bin ich Fensterbändern gegenüber nicht grundsätzlich abgeneigt (ich meine, früher sah sowas doch auch mal gut aus; siehe spätmittelalterliche Profanbauten i. d. Schweiz und in Süddeutschland ) . Jedoch sahen diverse Glasein-/ und Umbauten vorher unglaublich billig aus; und dieser eine Punkt macht für mich die (nicht zu überschätzende) Verbesserung aus .

  • Die frühere Gestaltung hat dem Bau etwas festungshaftes gegeben. Ohne Zweifel gefällt mir diese Gestaltung wesentlich besser als das jetzige.

    Das jetzige ist einfach nur zum Wegwerfen. Das hilft auch keine runde Ecke was und kein Grashügel.

  • Was Aderlass und Badekultur gemein ist

    Zitat

    Ob nun das Bad in der Rietgasse 5 in Villingen seit seiner Gründung im 15. Jahrhundert ununterbrochen in Betrieb war oder im 19. Jahrhundert reaktiviert wurde, ist offen. Jedenfalls: Mit der Aufklärung erlebte die öffentliche Badekultur zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder einen Aufschwung. Ausgehend von England entstanden überall in Europa die so genannten Volksbäder. Walter K. F. Haas hat Mitte der 1980er Jahre die „Contraktenbücher der Stadt durchgesehen. Im 1985 erschienenen Jahresheft des Geschichts- und Heimatvereins der Zähringerstadt listet er die Eigentümer des Hauses der Rietgasse 5 seit Beginn des 19. Jahrhunderts auf. Wohl erst ab 1827 findet das vormals als „Bauleutzunftstube“ bezeichnete Haus wieder als „Gasthaus zum Bad mit Badeanstalt“ Verwendung. Organisiert wurde der Betrieb dort später durch die in den 1830er Jahren gegründete „Badgesellschaft“, dem Vorläufer der späteren Villinger Kur und Bäder GmbH. Walter Haas schreibt in seinem Beitrag: „Neben dem Hauptgebäude stand eine einstöckige Badanstalt. 1841 bestand die Badeinrichtung aus 13 Badewannen, einem Schwenkkasten, drei langen Tischen, fünf Spiegeln, einem Dutzend Handtüchern, zehn paar kleinen Vorhängen. Pächter des Badhauses war Johann Nepomuk Kammerer.“ Im Hauptgebäude war die Gaststätte untergebracht. Schnell wechselte die Einrichtung den Besitzer: 1841 wurde es Metzger Michel Häsler, 1865 Goldleistenfabrikant Josef Leute, 1883 eine Wirtsgenossenschaft, zwei Jahre später Schneckenwirt Josef Storz. Jener hinterlässt das Badhaus 1897 seiner Tochter Albertine Zier. 1909 geht es an die Eheleute Friedrich Ummenhofer über.

    Zitat

    Nun soll in dem geschichtsträchtigen und unter Denkmalschutz stehenden Haus ein Wohn- und Geschäftshaus mit Aufzug entstehen. Silvia Wenzel hat es an die Villinger Holzbau- und Sanierungsfirma „Z7“ verkauft. In Planung sind acht Wohnungen und eine Arztpraxis. Damit ist wohl das Kapitel Badeanstalt in der Rietgasse 5 endgültig abgeschlossen.

    Quelle: http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/villingen-schwenningen/Was-Aderlass-und-Badekultur-gemein-ist;art372541,5460221,2]Was Aderlass und Badekultur gemein ist | SÜDKURIER Online

    Sanierungsfirma „Z7“: Z7 Holzbau GmbH, Bauen mit Holz

  • Stadt stellt 50 000 Euro zur Verfügung. Verhandlungen mit dem Landesdenkmalamt laufen weiter.

    Zitat

    Dafür aufgewendet werden die 50 000 Euro, die bereits im Haushalt eingestellt sind. Zwar wurden in einer Expertise vom Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau bereits Kosten in einer Höhe von 140 000 Euro errechnet. Fußhoeller hält die bewilligten Gelder allerdings für einen guten Anfang, es sei immerhin das Doppelte dessen, was die Stadt in der Vergangenheit pro Jahr für den Erhalt der Mauer ausgab.

    Zitat

    An mehreren Stellen ist die rund 800 Jahre alte Ringmauer einbruchsgefährdet. Sie musste daher zum Teil abgesperrt werden. Innerhalb der Stadtverwaltung hat Thomas Hettich, Experte beim Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau, bereits vorgeschlagen, die mittelalterliche Stadtbefestigung in einem Stück zu sanieren. Diese Idee würde weiterverfolgt, betonte Fußhoeller jetzt. Allerdings fehlen der Stadt die Finanzmittel in sechsstelliger Höhe. Daher werde mit dem Landesdenkmalamt verhandelt, erläuterte der Baubürgermeister, um an Fördertöpfe zu gelangen. Gedacht ist, in einen Drei-Jahres-Zeitraum die Mauer möglichst komplett zu sanieren.

    Zitat

    Grundsätzlich habe die Stadt das Ziel, die Mauerabdeckung im gesamten Bereich entweder zu erneuern oder wo notwendig neu aufzubringen. Mit dieser Mauerkrone solle der Wassereintrag verhindert werden, der in den vergangenen Jahren bei Frostperioden Teile der Steine einfach wegsprengte. Außerdem werde darüber diskutiert, ob die Befestigung geschlämmt oder gar verputzt werde. Fußhoeller tritt dafür ein, das sichtbare Steinwerk zu erhalten, da es am besten das „Gesamtschicksal der Anlage“ darstelle. Damit würden nur die Fugen erneuert werden.

    Zitat

    Die Villinger Stadtmauer gilt als eines der Glanzstücke unter den historischen Wehranlagen im süddeutschen Raum.

    Quelle: http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/villingen-schwenningen/Marode-Villinger-Stadtmauer-wird-im-Sommer-saniert;art372541,5498260]Marode Villinger Stadtmauer wird im Sommer saniert | SÜDKURIER Online

  • Zitat

    LEDs setzen Villinger Stadttore gekonnt in Szene


    Quelle: Villingen-Schwenningen: LEDs setzen Villinger Stadttore gekonnt in Szene | SÜDKURIER Online

    Gekonnt ? Dahinter darf man ein dickes Fragezeichen setzen.
    Die bisherigen Beispiele von LED-Beleuchtungen überzeugen mich nicht. Entweder ist die Technik noch nicht ausgereift oder die neue Inszenierung erfolgt in einer Form, die einem irgendwie gearteten Zeitgeist folgt. Die stimmungsvolle, harmonische, ruhige Beleuchtung ist dahin. Ob das der Preis für eine energiesparende, umweltfreundlichere Beleuchtung ist?


    Möge sich jede/r ihr/sein eigens Bild anhand der Vergleichsbilder vom Bickentor machen.

    Bickentor mit LED-Animation: http://www.suedkurier.de/storage/pic/cm…leuchtung_4.jpg
    Bickentor mit bisherigen Quecksilberdampfbeleuchtung: http://mw2.google.com/mw-panoramio/p…um/56150300.jpg

    Mir gefällt die bisherige Beleuchtung. Veränderung tut hier nicht Not, sie bringt keine umfassende Verbesserung.

  • Die Veränderung führt aber wohl zu einer Ersparnis an Betriebskosten. Darin werden bestimmt nicht wenige eine Verbesserung sehen.

    Ansonsten habe ich persönlich noch keine schlechten Erfahrungen mit LED-Beleuchtungen gemacht. Als positives Beispiel könnte ich etwa das Blaue Wunder in Dresden nennen.

    Das Blaue Wunder ist von nun an jeden Abend illuminiert

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • bilderbuch:

    Ich spreche mich für eine umfassende Verbesserung aus. Diese erkenne ich an den Villinger Inszenierungen nicht und halte die hier angesetzten Einsparungen von Betriebskosten für verklärte Augenwischerei. Wer solch eine Rechnung aufmacht, muss folglich auch die hohen Kosten, die beispielsweise für die Klimatisierung öffentlicher Gebäude mit Glashüllen entstehen, aufzeigen, für welche mit Selbstverständlichkeit hohe Summen an städtischen Gelder aufgewendet werden, ganz abgesehen von deren Umweltbilanz... Im Vergleich dazu sind die Betriebskosten solcher Lampen nicht der Rede wert. Obschon ich kein Freund solcher Gegenüberstellungen bin, sind sie in diesem Falle angebracht, da hier aus meiner Sicht mit zweierlei Maß gemessen wird, insbesondere zu Lasten des Erscheinungsbildes. Es ist stets eine Einzelfallentscheidung, LEDs sind nicht per se schlecht. Doch was in Dresden ein Wunder bewirkt, soll in Villingen nicht zum Erleben eines wahrhaft blauen führen.

    Die Frage ist doch, geht es hier tatsächlich um finanzielle Einsparungen und Umweltfreundlichkeit oder nicht doch um die Umsetzung des Hirngespinst eines OBs und dessen befreundeten Lampenherstellers, welches als Notwendigkeit verpackt den lokalen Medien und damit der Öffentlichkeit vorgesetzt wird?

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    http://www.archicultura.ch

    3 Mal editiert, zuletzt von zeitlos (1. Juni 2012 um 12:12)

  • Neubau bei Laufer kommt

    Zitat

    Wie die Stadtverwaltung mitteilt, steht das Gebäude nicht unter Denkmalschutz – so die Aussage des Regierungspräsidiums Freiburg, das für die Erfassung des Denkmalbestandes zuständig ist. Die Begründung lautet, dass das Gebäude in den vergangenen Jahren zu große Veränderungen erfahren habe.


    Und wieder die unrühmliche Rolle des Denkmalschutzes, der sich hier auf Grund seines Substanzfetischismus außer Stande sieht immerhin den Erhalt der Fassade im Sinne des Stadtbildes zu erwirken. Sofern diese einfältige Haltung der Denkmalpflege keine Korrektur erfährt oder stattdessen keine gesetzlichen Ergänzungsmechanismen (Stadtbildschutz) in Kraft treten, werden sukzessive irgendwann die meisten traditionellen Gebäude verschwunden sein. Denn selbst der Denkmalschutz eines Gebäudes verschont in unseren Zeiten bei 'höherwertigen Interessen' jenes nicht vor Abbruch!

    Lage: http://binged.it/HZgvGz
    Quelle: http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/villingen-schwenningen/Neubau-bei-Laufer-kommt;art372541,5472399]Neubau bei Laufer kommt | SÜDKURIER Online]Neubau bei Laufer kommt | SÜDKURIER Online

    Verantwortlich für das geplante 'Bauwerk': http://www.eiche-bau.de/

  • http://www.imagebanana.com/view/i6ktkcsh/…usgambrinus.jpg

    Villinger Wirt übermalt versehentlich historische Hausnummer

    Zitat

    Die historische Hausnummer an der Oberen Straße 31, Ecke Josefsgasse 1, wurde blau übermalt. Die 113 ist eines der letzten Zeugnisse der alten Villinger Hausnummerierung und wird bei zahlreichen Stadtführungen den Besuchern gezeigt.

    Quelle: http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/villingen-schwenningen/Villinger-Wirt-uebermalt-versehentlich-historische-Hausnummer;art372541,5546445]Villingen-Schwenningen: Villinger Wirt übermalt versehentlich historische Hausnummer | SÜDKURIER Online

  • Es wäre ein Ausverkauf der Historie

    Zitat

    Für skandalträchtig oder zumindest stark fragwürdig halten Liebhaber historischer Bausubstanz und Kenner der örtlichen Geschichte den im Zuge der geplanten zentralen Verwaltung ebenfalls vorgesehenen Ausverkauf städtischer Immobilien in Villingen.

    Quelle: Villingen-Schwenningen: Es wäre ein Ausverkauf der Historie - Villingen-Schwenningen - Schwarzwälder Bote

  • Erneut ein Beispiel, für das traditionelle Architektur weichen muss. Der obere (numerisch betrachtet) Teil der Vöhrenbacher Straße, ausgehend vom Riettor, hatte in den vergangenen Jahren peu à peu Abbrüche zu verzeichnen und durch Neubauten wie in oben gezeigtem Beispiel keinen adäquaten Ersatz erhalten. Vielleicht geht es nur mir so, doch mit diesen Formen der Veränderung tritt selbst im Laufe der Jahre keine Gewöhnung ein, geschweige Versöhnung. Welche Aussage für die Bewohner einer Stadt haben solche Gebäude noch, die in der Konsequenz komplette, historische Straßenzüge oder Stadteingänge ausradieren? :augenrollengruen:

    Aktuell

    Jeder, der sich die Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
    http://www.archicultura.ch

    2 Mal editiert, zuletzt von zeitlos (7. Juli 2012 um 09:55)