1 York gilt mit nur 100.000 Einwohnern als die schönste Stadt Nord- und Mittelenglands. Wir beginnen mit einem Blick auf unser Bed & Breakfast in einem recht schönen Wohngebiet knapp nördlich der Innenstadt.
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3 Vor dem Bootham Bar, dem nordwestlichen der vier großen Stadttore (im Urzeigersinn Bootham, Monk, Walmgate und Micklegate Bar) erhalten wir einige Informationen. Wir kennen die Stadtmauer, die fast den kompletten mittelalterlichen Stadtkern umfasst. Der schönste Bereich der Stadt ist hier gelb markiert.
4 Hier sehen wir innerhalb der Stadtmauer oben das Rechteck der ehemaligen Römerstadt.
5 Hier führte vor 2000 Jahren die Via Principalis (heute High Petergate) in und durch die Römerstadt Eboracum.
6 Auf einigen Bildern (hier wieder Bootham Bar und Minster) sehen wir deutlich wenig Publikumsverkehr, da ich einmal sehr früh durch die Gegend gelaufen bin und Bilder gemacht habe.
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10 Jetzt stehen wir vor dem Minster, einer der größten gotischen Kirchen Europas. Man beachte die Chorschranke von ca. 1490 mit Statuen von 15 englischen Königen von Wilhelm I bis Heinrich VI.
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18 Vor dem Minster steht eine Figur Kaiser Konstantin’s, den seine Truppen a.d. 306 auf dem Areal des heutigen Minster zum Nachfolger seines Vaters wählten.
19 Folgend sind wir auf der durchgehend begehbaren Stadtmauer im Uhrzeigersinn zur Monk Bar gelaufen.
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21 Von da aus geht es wieder zum Minster, zum St. Williams College aus dem 15. Jahrhundert.
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23 In der Goodramgate sehen wir „Our Lady’s Row“, die älteste Häuserzeile in York von 1316. Leider wurde die im Ort erhaltene Fachwerksubstanz teilweise verputzt. Die Straßenbezeichnung „gate“ stammt vom dänischen Wort für Straße (siehe auch „Gasse“), überhaupt haben im Lauf der Zeit verschiedene Invasoren in York Ihre Spuren hinterlassen. Nicht gelungen ist das der deutschen Luftwaffe, der einzige Angriff auf York am 28.04.1942 im Rahmen des Baedeker Blitz‘ hinterließ gottlob keine bleibenden Spuren. Allerdings will ich hier den Baedeker Blitz April/Mai 1942 mit sinnlosen Angriffen auf die Kulturgüter von Exeter, Bath, Norwich, Canterbury und eben York mit laut Wikipedia 1.637 toten Zivilisten nicht verniedlichen.
24 Jetzt kommen wir in die „Shambles“, die wohl bekannteste Gasse von York, benannt nach Fenstersimsen ( = Shambles), auf denen hier einst Metzger ihr Fleisch angeboten haben.
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32 Jetzt sind wir am Hauptplatz der Stadt in der Parliament Street angekommen. In St. Albans nördlich von London habe ich mal einen ähnlich länglichen Platz gesehen, aber mit diesem Zusammenhang kann ich mich auch völlig vertun. Allerdings ist die Bebauung um diesen Platz in York relativ neu und schlicht, Fachwerk gibt es gar nicht mehr, dafür sogar die eine oder andere Bausünde. Spätestens um 1900 herum muss es in York viele Abrisse mittelalterlicher Substanz gegeben haben.
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34 Nicht weit weg ist der St. Helen’s Square ..
35 ... mit dem relativ bekannten Cafe Betty‘s, dem einzigen Jugendstil-Tupfer der Stadt.
36 Die für mich sehenswerteste Straße der Stadt ist die Stonegate im Rücken des Betrachters aus Bild 35. Sehr viele sehr schöne Häuser. Leider gibt es kaum Informationstafeln an den Gebäuden.
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45 Hier sehen wir wieder den Eingang in die Stonegate aus Bild 36 mit der St. Helen’s Church, einer der verbliebenen 17 Kirchen in der Stadt, vor der Reformation waren es 32. Allerdings ist das Minster bei weitem die größte Kirche der Stadt, ein auffälliger Unterschied zu unserem Land, wo es in jeder größeren Stadt mehrere ungefähr gleich große Kirchen gibt. Das nächste Bild stammt auch noch aus der St. Helens Church, die folgenden Bilder aus anderen Kirchen, viele haben sehr schöne Holzdecken, mindestens zwei wurden profanisiert.
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51 Folgend kommen einige wahllose Perspektiven der Innenstadt ohne genaue Benennung, das erste Bild gefällt mir gut, auch wenn das Gebäude ortsuntypisch ist.
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59 Das ist der einzige Leerstand, den ich gesehen habe, sonst ist die Stadt in Top-Zustand.
60 Folgend sind wir der Verlängerung unserer Eingangsstraße in die Stadt gefolgt, Richtung Südosten zum Walmgate Bar, also sozusagen immer der Via Principalis nach. Im letzten Viertel der Strecke lässt der Altstadtcharakter deutlich nach. Die einzigen beiden alten Häuser, die hier stehen, sind die beiden folgenden. Das erste ist das Bowes Morell House aus dem späten 14. Jahrhundert. Wie gesagt, irgendwann gab es hier mal eine gewaltige Abrisswelle.
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63 Jetzt sehen wir die Hinteransicht des Walgate Bar, mit einem auf zwei Steinsäulen ruhenden Anbau aus dem ganz späten 16. Jahrhundert.
64 Das Walmgate Bar ist eines der wenigen noch existierenden Stadttore mit einem Verteidigungsvorbau, einem sogenannten Barbican. Ich hatte den Begriff noch nie gehört, laut Wikipedia gibt es so etwas z.B. noch am weißen Turm in Nürnberg:
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68 Wie sind vom Bootham Bar zum Monk Bar ca. 20 Minuten quer durch die Stadt gelaufen, das ist für eine mittelalterliche Altstadt nun ziemlich viel. Die komplette Strecke um die fast vollständ erhaltene Stadtmauer beträgt fünf km, was recht genau der Strecke um die Nürnberger Stadtmauer entspricht. Allerdings ist die Größe der Yorker Altstadt auch kein Wunder, war die Stadt doch seit der Römerzeit die bedeutendste Stadt Nordenglands und auch im Mittelalter und später so etwas wie der nördliche Gegenpol zu London. Erst mit der Industrialisierung hat die Bedeutung York’s in Mittelengland zugunsten von Liverpool, Manchester und Birmingham nachgelassen, bis dahin war York zentraler Handelsumschlagplatz der Region und gerade Zentrum der Wollweber und Tuchhändler.
69 Wir gehen nun auf der Stadtmauer weiter im Uhrzeigersinn (rechts Walmgate Bar) und sehen links das verblüffend moderne Wohngebiet innerhalb der Stadtmauer. Aber auch außerhalb der Stadtmauer bietet die Stadt hier nichts Sehenswertes. Das nördliche Vorfeld der Altstadt ist deutlich schöner.
70 Das ist Fishergate Bar, eines der kleineren Stadttore.
71 In einer Lücke zwischen zwei Mauerabschnitten sehen wir Clifford’s Tower aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.
72 Diese Ecke der Stadtmauer läuft unter der Bezeichnung „Bitchdaughter Tower“, hier wurde die ursprüngliche Bezeichnung „Le Bidoutre“ in einen gängigen Begriff der englischen Sprache übertragen.
73 Und nun sehen wir Micklegate Bar, das letzte der vier großen Stadttore. In dieser Südwest-Ecke ist die Stadtmauer (und somit auch das Tor) deutlich höher als in anderen Bereichen.
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78 Dann kommen wir in den Muesums Garden, das Gelände eines ehemaligen Klosters mit der Ruine der St. Mary’s Abbey.
79 Erhalten aus der ehemaligen Klosterbebauung blieb das Hospitium. Der Aufbau stammt aus dem 15. Jahrhundert, das steinerne Erdgeschoss aus dem Jahr 1310.
80 Mitten auf dem ehemaligen Klosterareal steht der sog. Multangular Tower, ein Eckturm der ehemaligen römischen Stadtbefestigung.
81 Wo viel Licht ist, ist auch starker Schatten. Diese Eckbebauung (Coney Street / New Street) sieht eigentlich ganz harmonisch aus und ist für die Bereiche der Stadt, die etwas weiter vom Münster weg liegen, durchaus typisch. Drinnen traf mich fast der Schlag, das Eckgebäude plus jeweils die beiden angrenzenden Gebäude wurde innen komplett ausgehöhlt und beherbergen den Discounter TK Maxx (zu erkennen an den beiden roten Fahnen rechts und links im Bild).
82 Dieses Bild verschlägt einem natürlich fast die Sprache. Innen ist wie gesagt nichts mehr adäquates, vielleicht wurde die Fassade sogar hierhin versetzt.
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84 Den Abschluss meiner Tour bildet die Merchant Adventures‘ Hall, das wohl spektakulärste Stück Fachwerk der Stadt, laut Prospekt „the world’s finest medieval guild hall“ aus dem Jahr 1357 und erkennbar unter dem heutigen Straßenniveau befindlich.
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