Artikel aus der Kategorie „Städtebau“ 15

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  • Liebe Freunde,


    der Regionalverband Südbaden lädt gemeinsam mit Vistatour Freiburg zu dem Vortrag "Abgerissenes Freiburg: Perspektiven heute & Früher" ein. Wir wollen dabei die Perspektiven dieser Stadt kennenlernen, wie sie waren, ehe die Kahlschlagsanierungen der Nachkriegszeit nachhaltige Veränderungen erwirkten.


    Es trägt vor: Joachim Scheck. Der Eintritt ist frei!


    Ort: Gemeindesaal der Christuskirche Freiburg (Maienstraße 2) in Freiburg i. Br.
    Datum: 12. April, Uhrzeit: 19 Uhr


    Vielleicht sehen wir uns ja!


    Beste Grüße,
    Lars

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  • Manch einer von uns mag sich dem Wahn hingegeben haben, mit den Pionierleistungen eines rekonstruierenden Stadtbaus in Dresden, Frankfurt/M. und Potsdam würde ein Damm brechen und landauf landab würden nun Lokalpolitiker, Journalisten und selbst Architekten in neuer Unbefangenheit darüber nachsinnen, wie deutsche Städte ihr weithin erbärmliches Erscheinungsbild durch Wiedergewinnung historischer Strukturen aufwerten können, um im Kontext des so viel beschworenen Europa eine halbwegs erträgliche Figur abzugeben. ?xml:namespace prefix ="" "o" ns ="" "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /


    Aber so weit sind wir noch lange nicht. Im Bereich der Baukultur lassen deutsche Kulturwächter gerne Europa Europa sein, und seine „Werte“, in diesem Falle die baukulturellen, werden mit Achselzucken übergangen. Was zählt, ist die nationale Geschichte der Wiederaufbauzeit mit ihrer so typisch deutschen Notdurftarchitektur, die es unbedingt für alle Zeiten zu bewahren gilt. Überall in

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  • Ist es der genius loci der „Hauptstadt des deutschen Historismus“ (so – allerdings mit einem Fragezeichen versehen – wurde Leipzig im Jahr der Wiedervereinigung von dem Kunstwissenschaftler Wolfgang Hocquél tituliert), der anscheinend bislang nur in dieser Stadt unspektakuläre, aber dennoch bemerkenswerte Überschreitungen der ungeschriebenen Gesetze deutscher Nachkriegsarchitektur erlaubt, Grenzüberschreitungen, von denen zu hoffen ist, dass sie heilend, lockernd, bereichernd auf die gesamte deutsche Baupraxis ausstrahlen werden?

    Als im letzten Jahr in der Leipziger Kongresshalle der große Saal als Jugendstilsaal rekonstruiert wurde (eine Pioniertat im Umgang mit dem Jugendstil, der nur die frühere Rekonstruktion der Münchner Kammerspiele an die Seite zu stellen ist), erwies sich, dass dieser Geist des spielerischen Durchbrechens von Tabuschranken auch den Umgang mit der „Moderne“ erreicht hat. Eben diese Kongresshalle wurde durch zwei Neubauten ergänzt, den Telemannsaal und… [Weiterlesen]
  • Dass das Architektonische in Deutschland seit 70 Jahren als quantité négligeable, als eine zu vernachlässigende Größe im zivilisatorischen Prozess gehandelt wird, ist hinreichend bekannt. Dass es aber niemanden kümmert und dass selbst die Standesvertretung der Architekten darüber hinwegdöst, wenn sogar die deutsche Regierung uns immer aufs Neue eine solche Einschätzung unter die Nase reibt, das kann einen schon ins Grübeln bringen. Das jüngst verabschiedete „Klimaschutzpaket“ der Bundesregierung unterstreicht wieder einmal die Zielsetzung, landauf landab möglichst jedes Gebäude in einen Dämmmantel zu hüllen, um so die anvisierten Eckdaten für eine bundesweite Energieeinnsparung auf Biegen und Brechen zu erreichen.


    Kein Wort darüber, dass diese Vorgabe, würde sie auch nur annähernd in die Tat umgesetzt, die Vernichtung der gesamten Baukultur unserer Nation bedeuten würde. Aber, so beeilt man sich zu versichern, denkmalgeschützte Baudenkmäler wären natürlich ausgenommen. Aha

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  • Vielleicht ist es ja naiv, von einer Diskussionsrunde, wie sie der Sender SWR 2 jeden Spätnachmittag unter dem Titel „Forum“ ausstrahlt, erhellende Einsichten oder gar umsetzbare Ergebnisse zu erwarten. Es handelt sich um Unterhaltung auf hohem Niveau, um den Austausch von Fachleuten in gewählter Diktion, genussvoll kredenzt nicht weniger für die Diskutanten selbst als für die Hörer.


    Am gestrigen Freitag ging es um das Thema „Platz da! Wem gehört die Stadt“, und neben dem Architekten und Stadtplaner Prof. Dr. Wulf Daseking, dem Stadtforscher und Planer Julian Petrin, und der Moderatorin Ursula Nusser war auch der uns wohlbekannte Dr. Dankwart Guratzsch am Gespräch beteiligt. Besprochen wurde die rasante Umwandlung der Innenstädte und der intakten urbanen Zentren zu Hochburgen des Kommerzes, aber auch der wachsende Drang der Bevölkerung in eben jene innerstädtischen Quartiere, die noch eine Generation früher zu verslumen drohten und zum Abriss vorgesehen waren, und vor allem

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  • Mag auch die Misere deutscher Architektur seit dem 2. Weltkrieg im wesentlichen als gemeindeutsch erlebt werden, so haben doch die Küsten- wie Gebirgsregionen den übrigen Landschaften eines voraus: sie haben Leitbilder vorzuweisen, an denen sich einheimische Architekten nicht selten mehr oder weniger glückhaft abarbeiten, im Idealfall sogar eine hinreichend überzeugende Variante zwar modernen, aber regionalistisch inspirierten Bauens zuwege bringen. Im Schwarzwald und im bayrischen Voralpenland ist dies die heimische Holzbautradition mit unglaublich charaktervollen Bauernhaus- und Bürgerhaustypen, an Nord- und Ostsee erlebt man eine Fülle landschaftsbezogener Bauformen aus rotem oder weißgetünchtem Backstein, oftmals mit Reetdach, oftmals niederländisch inspiriert, und natürlich die besonders delikate Bäderarchitektur der Ostseeküste.
    Gerade diese letztgenannte hat es als einzige unter allen deutschen Bautraditionen geschafft, der doktrinär unterfütterten und flächendeckend

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  • Am 27. November 2013 ist Deutschlands großer Publizist und Verleger Wolf Jobst Siedler gestorben. Sein Schaffen war von der tiefen Skepsis gegenüber eines Städtebaus und seiner Architekturen geprägt, der das reiche traditionelle Erbe des Kontinents zugunsten einer einseitig beschränkten Moderne willentlich ausschlägt.

    "Die gemordete Stadt. Abgesang auf Putte und Straße, Platz und Baum" zeigte bereits Mitte der sechziger Jahre anhand seiner Heimatstadt Berlin auf, wie verheerend Flächenabrisse und Entstuckungen in den deutschen Stadtbildern wirkten und wirken. Siedler wurde in der Konsequenz zum Rekonstruktionsbefürworter, wenn er beispielsweise kurz nach der Wende zum möglichen Wiederaufbau des Berliner Schlosses schreibt:

    "Warum soll man bestreiten, daß die Replik des Berliner Stadtschlosses unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten eine Fälschung wäre? Dennoch gibt es keine andere Möglichkeit, die Stadt als Stadt zu retten, und deshalb wird man nicht triumphierend, sondern[Weiterlesen]
  • Es waren nicht nur die kriegszerstörten deutschen Städte, in denen die Trümmerlandschaft zum willkommenen Vorwand geriet, eine jahrhundertealte Stadtbaukultur beiseite zu räumen. Auch nicht oder wenig Zerstörtes in Stadt und Land galt als hinderlich und überholt in einem Zeitalter veräußerlichter Komfortansprüche und ignoranter Gleichgültigkeit gegenüber der gebauten Historie. Ein jeder kann sich davon überzeugen, dass nach gut sechzig Jahren oftmals nur noch vage auszumachen ist, wie weit die unendliche Banalität deutscher Stadt- und Dorfbilder wirklich durch Kriegszerstörungen mitverursacht wurde. Automobilismus und expansive, aber reflexionsarme Bautätigkeit vernichteten in wenigen Jahren, was in Jahrhunderten gewachsen war. Mangel an Kenntnis und Wertschätzung tradierter Bauformen, das Bedürfnis, alle „Heimattümelei“ zu überwinden und sich modern/international darzustellen, schließlich die in Deutschland dahinschwindende Sensibilität für Architektur… [Weiterlesen]
  • wird STADTBILD DEUTSCHLAND – zumindest schon mal in München. Wieder hat sich Stephan Riedel im Namen unseres Vereins mit einem Zeitungsartikel Gehör verschafft:


    Debatte um den Königshof: "Nur hässliche Entwürfe!"


    Es geht um den geplanten Umbau des Hotels Königshof am Stachus, für den drei belanglos-modische Entwürfe zur Auswahl stehen, die, wie in Deutschland nicht anders zu erwarten, sich so wenig  um den Münchner genius loci scheren, wie die ganze südlich anschließende 50er-Jahre-Bebauung.


                                                                                                                     
    Im Blick auf solchen Münchner Architektur-Alltag haben sich unsere Münchner Mitglieder Robert Brannekämper und Stephan Riedel auch dem Übelstand gewidmet, dass bei Architekturwettbewerben nur Preisrichter einer streng modernistischen Ausrichtung Entwürfe eben derselben Machart zu beurteilen haben. Um Pluralität sowohl in der Besetzung der Preisgerichte als auch bei den

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  • Noch ehe die Faschingszeit richtig anhebt, macht sich dieser Impuls in Münchner Straßen bemerkbar - zumindest bei Gebäuden.                                                                                            
    Während man den Abertausenden von entstuckten Berliner Mietshäusern bei aller architektonischen Jämmerlichkeit noch immer ansieht, aus welcher Zeit sie eigentlich stammen, gingen ähnliche „Modernisierungs“-Bestrebungen der Nachkriegszeit in München noch einen Schritt weiter.


    Die besonderen Proportionen Münchner Etagenhäuser erlaubten es, ein entstucktes Vorkriegsgebäude perfekt dem Erscheinungsbild eines 50/60er-Jahre-Neubaus anzupassen. So verstand es der Zeitgeist jener Jahre, just durch das Herunterschlagen des angeblich Überflüssigen ein altes Gebäude als einen Neubau jener Jahre zu maskieren. Wer weiß, hinter wie vielen trostlosen Münchner Nachkriegsfassaden sich noch eine kostbare Innenausstattung vielleicht von 1865 verbirgt!


    Wie schon in dem Blog-Eintrag vom

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